"Sie sind überall. Dunkle und rötliche
Flecken, die im Zickzack über den Boden jagen und in Löchern verschwinden, Milligramm-Gewicht Einwohner einer fremden
Zivilisation, die ihre täglichen Ausflüge von unseren Augen verstecken (...) Meiner Schätzung nach, gibt es zwischen
1 und 10 Trillionen Einzellebewesen dieses Volkes, die zusammen mehr oder weniger soviel wie die Gesamte Menschheit wiegen."
-Edwin O. Wilson, Der Naturwissenschaftler
"Es gibt (...) Dinge, die zu den kleinsten gehören, aber sie sind instinktiv klug: die Ameisen sind kein starkes Volk,
und doch bereiten sie im Sommer ihre Nahrung vor."
"Geh zur Ameise, du Fauler, sieh ihre Wege und werde klug. Obgleich sie keinen Kommandanten, Offizier oder Herrscher
hat, bereitet sie ihre Nahrung sogar im Sommer vor; sie hat ihre Speise selbst in der Ernte eingesammelt."
-König Salomon, Sprüche 6:6-9; 30:24-25
Ameisen sind Mitglieder der Familie der Sozialinsekten,
was bedeutet, daß sie in organisierten Kolonien leben. Schätztungsweise gibt es weltweit über 10.000 verschiedene Arten
dieser Insekten, und man trifft auf sie in allen Teilen der Erde, mit Ausnahme der Polarregionen.
In dominikanischem Bernstein findet man verschiedene alte
Ameisenarten in großer Menge, nämlich die der Hautflüglerfamilie (Hymenoptera) Formicidae (Feuerameise), aber auch die ältesten
Repräsentanten der neuen Arten der Hetaeriinae und Armeeameisen aus dem mitteltertiären dominikanischen Bernstein, sowie
die Blatthonig trinkenden Ameisen der Gruppe Leptomyrmex, bekannt aus dem miocenen Bernstein der Dominikanischen Republik,
aber jetzt ausgestorben in der westlichen Hemisphäre. Es gibt Einzelstücke aus Bernsteines mit einem Großfang von bis zu 2000
Ameisen.
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Sie sind sozusagen durch Zeit gereist, um zu beweisen,
daß auch alte Ameisenarten, geanu wie die heutigen, fest organisierte Sozialinsekten waren, die in großen Gemeinschaften oder
Kolonien lebten, und in denen Einzelne häufig unterschiedliche körperliche und/oder verhaltensangepasste Merkmale
aufzeigten, welche kastenbedingt waren.
In einigen Stücken im Dominkanischen Weltmuseum der Bernsteins sind die Einschlüße so gut konserviert, daß man in der Lage ist,
sogar Details wie die Mundpartien und andere Körperstrukturen zu beobachten, die spezialisierte Merkmale zeigen und
dadurch Anhaltspunkte zur Ermittlung der Funktionsrolle der einzelnen Ameise innerhalb ihrer Gesellschaft bieten.
Der "Ameisensaal" ist eine Ausstellung, die der
Untersuchung und Beweißerbringung myrmekologischer (= die wissenschaftliche Studie der Ameisen) Tatsachen gewidmet
ist. In Einschlüßen großer Kolonien findet man Larven und Puppen, männliche und weibliche erwachsene Ameisen,
flügellose weibliche Arbeiter, sowie Myrmecophilen (parasitische oder nützliche Mitbewohner.)


Paleobiologische und besonders myrmekologische
Forschung und deren Ausstellung sind Höhepunkte des Dominikanischen Museums Welt des Bernsteins schon seit seiner Gründung
im Jahre 1996.
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